Archive for Februar 2012

Von einander und mit einander Sprachen lernen

20. Februar 2012

Die große Sprachenvielfalt in den 1. Klassen wollten wir als Chance nutzen, um andere Sprachen zu lernen:

Sprachenkurs in den ersten Klassen des BG/BRG/MG Dreihackengasse Graz

Kroatisch, Bosnisch, Serbisch, Slowenisch, Arabisch, Türkisch, Albanisch waren dabei Unterrichtsgegenstand und die Experten für die Sprachen die SchülerInnen selbst. Die SchülerInnen konnten dabei in Kleingruppen einfache Phrasen wie „Mein Name ist….“ oder „ich komme aus….“ lernen und üben. Begeistert waren die SchülerInnen natürlich auch davon, in die Rolle des Lehrers/der Lehrerin zu schlüpfen.

Sprachenkurs in den ersten Klassen des BG/BRG/MG Dreihackengasse Graz

In einer Abschlussrunde konnten die SchülerInnen ihr neu Erlerntes noch einmal anwenden und sich gegenseitig in allen möglichen Sprachen begrüßen. Dieser bunte Sprachenmix machte dabei die Sprachenvielfalt der Klassen deutlich.

Mag. Stephan Schicker und Mag. Gudrun Krenn

Sprachenkurs in den ersten Klassen des BG/BRG/MG Dreihackengasse Graz

Schrift und Sprache – VoXmi im Kunstunterricht

15. Februar 2012

Der November stand heuer in der Feldgasse ganz im Zeichen der Schrift. Im BE-Unterricht der 1C Klasse hatten wir uns bereits ausgiebig mit dem Thema Schrift beschäftigt. Im voXmi-Unterricht sollte nun Schrift mit Sprache verbunden werden, neue Perspektiven vermittelt werden und neue Erkenntnisse gewonnen werden.

Nachdem wir den SchülerInnen das voXmi-Projekt näher vorgestellt hatten, sollten sie als Einstieg ihre individuelle Sprachenbiographie erstellen.

Als nächste Aufgabe durften die SchülerInnen einen „Font“ (=Schrift) ihrer Handschrift erstellen (http://www.yourfonts.com/). Die SchülerInnen gingen mit großer Begeisterung an die Sache, war doch die Vorstellung, ihre eigene Handschrift am Computer nutzen zu können, eine immense Motivation. Die ausgefüllten Arbeitsblätter mit den handgeschriebenen Buchstaben wurden eingescannt , um die Computerhandschrift zu generieren.

Danach beschäftigten wir uns mit verschiedenen Alphabeten. Die SchülerInnen bekamen die Aufgabe, in Partnerarbeit die Alphabete (Ungarisch, Russisch und Arabisch) der jeweiligen Sprache zuzuordnen. In einem nächsten Schritt wollten wir die SchülerInnen in Aktion bringen. Wir hatten die Namen aller SchülerInnen auf Chinesisch, Japanisch und Arabisch vorbereitet. Die SchülerInnen wurden nun dazu angehalten, ihren Namen in den verschiedenen Sprachen zu schreiben. Es war beeindruckend, mit welcher Genauigkeit und Begeisterung manche SchülerInnen an die Sache gingen. Die Ergebnisse auf A4 wurden zum Schluss auf der Tafel präsentiert.

Die Arbeit mit der Klasse hat wahnsinnigen Spaß gemacht und wir freuen uns schon auf nachfolgende Projekte!!

Besuch am Naschmarkt

15. Februar 2012

uldo flickr cc

Die Nachmittags-voXmi-Gruppe besuchte am 26.Jänner 2012 den Wiener Naschmarkt und interviewte dort in Tandems die Standler, teilweise in den Erstsprachen der Kinder. Alle hatten trotz eisiger Temperaturen viel Freude und einige Aha-Erlebnisse, was die Gemeinsamkeiten aber auch was die Verschiedenheiten der Sprachen betrifft. Wir waren uns einig, dass das nicht unser letzter Besuch dieser Wiener Institution war!

„Willkommen“ am BRG Kepler Graz

10. Februar 2012

Am 27. Jänner 2012 wagte sich die voXmi-Gruppe unserer Schule mit ihrem ersten Projekt an die (Schul-)Öffentlichkeit des BRG Kepler: Nach langen Gesprächen über unsere eigenen Sprachbiographien beschlossen wir, für unsere Schule ein klares Signal zu setzen: Jeder Mensch, der das BRG Kepler betritt, soll mit einer Botschaft begrüßt werden, die klar macht, dass Vielfalt bei uns willkommen ist.

Auf zwei Flächen von knapp je 2 Quadratmetern kurz nach dem Haupteingang brachten wir Tafeln mit Ausdrücken für „Willkommen“ in allen 28 offiziell an unserer Schule vorhandenen „Mutter“- Sprachen an.

Schon die Erstellung der dafür erforderlichen Liste war abenteuerlich, stellte sich doch heraus, dass es offenbar zwei Gruppen von Sprachen gibt: jene, die auf offiziellen Dokumenten als „Erst-“ oder „Alltagssprachen“ genannt werden, und eine ganze Reihe „inoffizieller“ Sprachen, die – aus welchen Gründen auch immer – verschwiegen werden. Diese werden zwar gesprochen, scheinen aber in keinem Dokument auf.

Für diesen ersten Schritt haben wir uns entschlossen, nur die „offiziellen“ Sprachen zu verwenden, und uns der Thematik der „verborgenen“ Sprachen in einem Folgeprojekt zu widmen.

Spannend waren Details, wie etwa die Tatsache, dass es in manchen Sprachen zwar männliche und weibliche Formen dieses Begriffes gibt, aber keine Einigkeit darüber herrscht, wie es mit der „Genderthematik“ in den betroffenen Ländern aussieht. Oder auch die Tatsache, dass man beispielsweise in Ägypten zwar „arabisch“ spricht und schreibt, die entsprechende Form von Sprechern aus anderen arabischen Ländern aber als „falsch“ (und nicht als regionale Variante) eingestuft wird.

Bei der praktischen Umsetzung waren Geschick und Geduld unserer Schülerinnen gefragt: Plexiglastafeln wurden mit den bedruckten Folien beklebt, mit Schlüsselringen verbunden und zwischen je zwei Säulen unserer Aula aufgehängt.

Kulinarisch unterstützt wurde unsere Präsentation durch ein kleines Buffett mit Köstlichkeiten verschiedener Herkunft (von Indien über Japan und Albanien bis Georgien). Mit dem beiliegenden Folder sollten die Besucher und Interessierten über die Intention unseres Projektes informiert werden.

Die Reaktion der Besucher unseres „Tages der offenen Tür“ war äußerst positiv, und so freuen wir uns schon auf den nächsten Schritt: wir wollen einen Fragebogen entwerfen, mit dem wir in die Klassen gehen können, um mehr über die „inoffiziellen“ Sprachen und den Grund für ihr „Schattendasein“ zu erfahren.

Mag. Gertraud Mocharitsch
Mag. Monika Propst-Yüce