„Willkommen“ am BRG Kepler Graz

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Am 27. Jänner 2012 wagte sich die voXmi-Gruppe unserer Schule mit ihrem ersten Projekt an die (Schul-)Öffentlichkeit des BRG Kepler: Nach langen Gesprächen über unsere eigenen Sprachbiographien beschlossen wir, für unsere Schule ein klares Signal zu setzen: Jeder Mensch, der das BRG Kepler betritt, soll mit einer Botschaft begrüßt werden, die klar macht, dass Vielfalt bei uns willkommen ist.

Auf zwei Flächen von knapp je 2 Quadratmetern kurz nach dem Haupteingang brachten wir Tafeln mit Ausdrücken für „Willkommen“ in allen 28 offiziell an unserer Schule vorhandenen „Mutter“- Sprachen an.

Schon die Erstellung der dafür erforderlichen Liste war abenteuerlich, stellte sich doch heraus, dass es offenbar zwei Gruppen von Sprachen gibt: jene, die auf offiziellen Dokumenten als „Erst-“ oder „Alltagssprachen“ genannt werden, und eine ganze Reihe „inoffizieller“ Sprachen, die – aus welchen Gründen auch immer – verschwiegen werden. Diese werden zwar gesprochen, scheinen aber in keinem Dokument auf.

Für diesen ersten Schritt haben wir uns entschlossen, nur die „offiziellen“ Sprachen zu verwenden, und uns der Thematik der „verborgenen“ Sprachen in einem Folgeprojekt zu widmen.

Spannend waren Details, wie etwa die Tatsache, dass es in manchen Sprachen zwar männliche und weibliche Formen dieses Begriffes gibt, aber keine Einigkeit darüber herrscht, wie es mit der „Genderthematik“ in den betroffenen Ländern aussieht. Oder auch die Tatsache, dass man beispielsweise in Ägypten zwar „arabisch“ spricht und schreibt, die entsprechende Form von Sprechern aus anderen arabischen Ländern aber als „falsch“ (und nicht als regionale Variante) eingestuft wird.

Bei der praktischen Umsetzung waren Geschick und Geduld unserer Schülerinnen gefragt: Plexiglastafeln wurden mit den bedruckten Folien beklebt, mit Schlüsselringen verbunden und zwischen je zwei Säulen unserer Aula aufgehängt.

Kulinarisch unterstützt wurde unsere Präsentation durch ein kleines Buffett mit Köstlichkeiten verschiedener Herkunft (von Indien über Japan und Albanien bis Georgien). Mit dem beiliegenden Folder sollten die Besucher und Interessierten über die Intention unseres Projektes informiert werden.

Die Reaktion der Besucher unseres „Tages der offenen Tür“ war äußerst positiv, und so freuen wir uns schon auf den nächsten Schritt: wir wollen einen Fragebogen entwerfen, mit dem wir in die Klassen gehen können, um mehr über die „inoffiziellen“ Sprachen und den Grund für ihr „Schattendasein“ zu erfahren.

Mag. Gertraud Mocharitsch
Mag. Monika Propst-Yüce

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