Archive for Juni 2012

Bewegung und Sport

24. Juni 2012

Nachdem wir mit der Klasse bereits im Jänner ein interessantes voXmi-Projekt im Unterricht „Bewegung und Sport“ durchgeführt hatten, bekamen wir im März erneut die Möglichkeit, Bewegung mit Sprache in dieser Klasse zu verbinden. Die heterogene Gruppe bietet sich einerseits sehr gut für voXmi-Projekte an, andererseits sind die Mädchen der zwei zweiten Klassen sehr sprachinteressiert und motiviert und haben keinerlei Hemmungen, ihre Erstsprache im Unterricht zu nutzen.

Zum Einstieg wählten wir das Spiel „Wasser, Feuer und Erde“ auf verschiedenen Sprachen. Kurz zur Erklärung: Bei Feuer müssen die SchülerInnen auf die Sprossenwände klettern, bei Wasser auf zwei im Turnsaal verteilte Turnmatten springen und bei Erde müssen sie sich auf den Boden legen. Wir wollten dieses Spiel in verschiedenen Sprachen spielen, um die SchülerInnen aktiv in den Unterricht zu integrieren und ihren verschiedenen Erstsprachen die Wertschätzung zu vermitteln, die sie verdienen.

Kollegin Mühl startete das Spiel auf Ungarisch, danach wurde abgestimmt, welche Sprachen folgen würden. Die SchülerInnen waren sehr begierig darauf, die Kommandos in ihrer Erstsprache zu geben. Leider konnten wir nicht alle Sprachen nehmen, hatten wir doch ein dichtes Programm vorbereitet. Eine Schülerin gab die Anweisungen auf Spanisch, eine andere auf ???

Wichtig war es, die drei Wörter in der jeweiligen Sprache einige Mal laut vorzusprechen und zu wiederholen, bevor mit dem Spiel gestartet wurde. Durch die vielen Wiederholungen blieben die Wörter jedoch sehr gut im Gedächtnis haften und die SchülerInnen, die Kommandos gaben, kamen einmal in den Genuss, „Lehrer“ zu spielen.

Nach ca. 20 Minuten stoppten wir das Spiel und gingen zur nächsten Aufgabe über. Die SchülerInnen mussten sich in zwei Gruppen aufteilen und zwei völlig idente Hindernisläufe aufbauen. Dazwischen bauten wir jeweils zwei Sprachenstationen auf. Bei der ersten hatten wir ein Arbeitsblatt mit „Guten Tag“ auf 20 verschiedenen Sprachen vorbereitet. Jede Schülerin musste nun ein Wort mit der richtigen Sprache verbinden, beispielsweise „Bonjour“ mit Französisch. Bei der zweiten Station lagen 20 verschiedene Kärtchen  mit dem Wort „Apfel“ auf verschiedenen Sprachen. Daneben lagen 20 Kärtchen mit den jeweiligen Sprachen.  Auch hier mussten die Schülerinnen Wörter zu Sprachen zuordnen. Die zwei Kärtchen mit Wort und Sprache musste jede ins Ziel mitnehmen. Am Schluss gab es drei Punkte zu erreichen: 1 Punkt für die schnellste Zeit, ein Punkt für die erste Station und ein Punkt für die zweite Station (bei gleich vielen richtigen Antworten bekamen beide Gruppen einen Punkt). Kollegin Pirngrupper, die Sportleherin, hatte selten eine so leise Turnstunde erlebt, waren die SchülerInnen doch so auf Hindernislauf und Sprachenzuordnen konzentriert, dass sie dabei ganz auf das „Lärmen“ vergaßen.  Am Wichtigsten war jedoch, dass die SchülerInnen riesigen Spaß am Projekt hatten und die Zeit wie im Fluge verging. Dieses Projekt zeigt, wie gut sich voXmi im Sportunterricht integrieren lässt!!

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Theater aus dem Sack

24. Juni 2012

VoXmi-Projekt im Englischunterricht

Klasse: 1C

Zeitraum: März 2012

Dauer: 1 DS

Da in dieser Klasse einige SchülerInnen in ihrer Freizeit dem Theaterspielen nachgehen und die Klasse über einen hohen Bewegungsdrang verfügt, überlegten wir uns, im Zuge des Englischunterrichts ein Theaterprojekt zu machen. Wir bereiteten verschiedene Wörter vor, die wir in Nomen, Verben,  Adjektive und englische Wörter unterteilten.

Als Einstieg führten Kollegin Mühl und ich ein kurzes Theaterstück auf, wobei Kollegin Mühl nur Ungarisch sprach und ich ihr auf Steirisch den Weg zum nächsten McDonald’s erklärte. Wir wollten den SchülerInnen so etwaige Hemmungen nehmen und ihre Motivation zum Schauspielern wecken.  Ferner diente das Schauspiel in unseren Erstsprachen dazu, die SchülerInnen ihrerseits zum Verwenden ihrer Erstsprachen zu animieren. Unser kurzes Theaterstück wurde von den SchülerInnen mit großer Begeisterung aufgenommen.

Nach diesem lustigen Einstieg teilten wir die SchülerInnen mithilfe von Bonbons gleichen Geschmacks in Gruppen auf (fünf verschiedene Geschmacksrichtungen mit jeweils der gleichen Anzahl).  Insgesamt waren 25 SchülerInnen an diesem Tag anwesend. Danach musste jeder Schüler, jede Schülerin jeweils ein Nomen, ein Verb, ein Adjektiv und ein englisches Wort ziehen.  Jede Gruppe hatte somit 20 Wörter, mit Hilfe derer sie sich ein kurzes Theaterstück überlegen sollten. Wir stellten den SchülerInnen ein Sortiment aus verschiedenen Requisiten, von Brillen, über Schals zu Kleidungsstücken, zusammen.  Die SchülerInnen verteilten sich im eigens dafür gemieteten Festsaal – sollten sie doch eine Bühne zur Verfügung haben – und starteten ohne Zögern und motiviert in die Arbeit.  Kollegin Zauner, Kollegin Mühl und ich standen den SchülerInnen helfend zur Seite, ohne sie jedoch zu sehr beeinflussen zu wollen, da es uns sehr wichtig war, dass die SchülerInnen kreativ und selbstbestimmt agieren konnten. Wir animierten sie lediglich dazu, ihre jeweilige Erstsprache in das Stück einzubauen. Nach 45 Minuten versammelten sich alle und die Gruppen durften nacheinander ihr Stück auf der Bühne vorführen.  Auffallend war dabei die große Disziplin und Aufmerksamkeit des Publikums. Niemand wurde ausgelacht oder aufgezogen.  Die Theaterstücke waren sehr lustig und kreativ und nicht nur die SchülerInnen, sondern auch wir Lehrer hatten unseren Spaß daran. Einige SchülerInnen bauten  zu unserer großen Freude neben Englisch auch ihre Erstsprache (ein Mädchen redete Afghanisch, ein Junge Arabisch etc.) ein.

In einer abschließenden Feedbackrunde hatten die SchülerInnen die Möglichkeit,  ihre Eindrücke, Vorschläge und Wünsche für nachfolgende Projekte zu äußern. Das Echo war durchwegs sehr positiv und die SchülerInnen bekundeten ihren Wunsch nach Wiederholung des voXmi-Projekts. Für das nächste Mal würden sie sich nur mehr Requisiten und mehr Zeit wünschen.

Ein großer Dank von unserer Seite gilt unserer Kollegin Martina Zauner, die uns zwei Englischstunden überlassen hat und mit ihrer großen Begeisterung und Ruhe sehr am Gelingen des Projekts beigetragen hat.

VoXmi – Beispiel für eine Einführungsstunde

24. Juni 2012

Im Laufe des Schuljahrs hat sich immer wieder gezeigt, wie wichtig es für die ersten Klassen ist, sich mit ihrer Mehrsprachigkeit auseinander zu setzen. Die 10 bis 11-jährigen SchülerInnen zeichnen sich zudem durch ihre große Motivationsbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit aus. Frühe Auseinandersetzungen mit Mehrsprachigkeit wirken sich auch enorm positiv auf den Bildungsweg der SchülerInnen aus, vor allem in Hinblick auf Ausbildung und Stärkung des Selbstbewusstseins sowie auf die Identitätsentwicklung von Kindern mit anderer Erstsprache.

Aus diesem Grund haben wir uns eine Einführungsstunde für die 1. Klasse überlegt, die wir an der voXmi-unerprobten 1B im Fach Deutsch getestet haben.

Zu Beginn wird eine kurze Einführung zu den Themen voXmi und Mehr- bzw. Vielsprachigkeit gemacht. In einer kurzen Vorstellungsrunde haben die SchülerInnen mit anderer(en) Erstsprache(n) die Möglichkeit, sich ihrer Erstsprache oder einer Fremdsprache vorzustellen. Erstaunlich war für uns die Beobachtung, dass sich fast alle SchülerInnen in ihrer Erstsprache oder auf Englisch, Französisch und Italienisch als Fremdsprachen  vorgestellt haben. Deutsch war definitiv unterrepräsentiert.

In einem gemeinsamen Brainstorming an der Tafel wurden die verschiedenen Sprachen, die in der Klasse gesprochen wurden, sowie Sprachen, die die SchülerInnen noch lernen möchten, evaluiert. Interessant war, dass die SchülerInnen teilweise nicht gewusst hatten, welche Sprachen in ihrer Klasse gesprochen wurden. Das hohe Sprachenrepertoire wurde von den SchülerInnen als sehr positiv bewertet.

Zum Abschluss wurden Sprachenbiographien erstellt und an der Tafel präsentiert und kurz besprochen.

Falls noch Zeit übrig bleibt, könnte man noch ein kurzes Sprachenspiel einbauen (SchülerInnen lernen ihren Klassenkollegen Arm, Kopf, Bauch und Bein in ihrer Erstsprache. Nach mehrmaligem Wiederholen müssen die SchülerInnen auf das richtige Körperteil zeigen, wenn sie eines der Wörter hören.

Die SchülerInnen der 1B waren sehr motiviert und interessiert und haben uns eingeladen, in einer Mathematikstunde ein voXmi-Projekt zu machen.